• Lhea

Kompost

Ich bin langsam unterwegs, integriere, wie ein Kompost das vergangene Jahr

…und bereite den Humus für den Frühling.

In meinem Innern ist es warm, friedlich.

Hier und da eine Regung,

ein kleiner Wurm, der mich siebt,

Themen, die mich klären.

Ich verdaue all das

gemächlich.

Der Frühling dauert noch ein wenig.

Hier und da kommt neues Futter für mich.

Werft es einfach obendrauf,

irgendwann,

landet es schon in der heissen Mitte.

Ich gähne und entspanne.


Das Lied des Winters singt mich in den Frieden.

Stille in mir.

Wunderbar.

Ein Zurücklehnen.

Wir reden über

das,

was ist,

was verdaut werden will,

und lassen es sacken.

Wir nehmen es gemütlich.

Wozu auch die Eile?

Nahrhafter Kompost braucht seine Zeit,


Liebe und Zuwendung.

In mir ist es warm.


In mir brodelt das Leben

und der Neubeginn.

Darin verrottet der Tod.


Es gibt nichts gross zu tun.

Die Kälte weist den Weg nach Innen,

deckt mich in ihr weisses Kleid.


Was soll ich also suchen, da draussen?

Es geht nach Innen. Jetzt,

in dieser Jahreszeit.


Nichts ist verloren.

Alles,

was mir gegeben wurde

in diesem Jahr

findet seine Bestimmung und

erhält eine (neue) Bedeutung.


Das Licht ist aus im Aussen. Und ich lerne im Dunkeln zu sehen.

Zu fühlen, hinzuspüren.

Es braucht Zeit. Ich habe Zeit.

Ich habe nur diese.


Was sterben muss, stirbt.

In mir brodelt das Leben.


Ich bin die Urgrossmutter des Neubeginns.

Schenke mir deine alte Haut, deine Maske,

deine Runzeln, deine verrottenden Zellen und

gebe sie in mein Nest. Ich gebäre sie dir neu.

Ich bin das Leben, der Tod und der Neubeginn.




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